Landeshauptstadt Dresden - 13februar.dresden.de

https://13februar.dresden.de/de/begleitprogramm.php 14.02.2022 12:07:44 Uhr 20.05.2022 16:53:16 Uhr

Begleitprogramm zum 13. Februar 2022

Hinweis

Das Begleitprogramm umfasst Veranstaltungen zum Dezentralen Gedenken sowie weitere Angebote und Projekte verschiedener Akteure und Einrichtungen in Dresden im Zeitraum von Januar bis April 2022.

Weitere Angebote

Städtische Galerie Dresden

Gemälde vom Künstler Wolfgang Grässe, darauf Jesus am Kreuz
Wolfgang Grässe, „Dresden Kreuzigung“ (Dresden Altar), 1995/1996 (Auszug)

zeigt die „Dresden Kreuzigung“ (Dresden Altar), 1995/1996 von Wolfgang Grässe.
Ausgestellt in der ständigen Ausstellung zum Gedenktag 13. Februar

Wolfgang Grässe kam am 16. Mai 1930 in Dresden zur Welt. 1945 überlebte er die Zerstörung seiner Heimatstadt. Nach dem Krieg hielt er sich zunächst in Italien auf. Als er 1948 nach Dresden zurückkehren wollte, fand man bei einer Kontrolle in seinem Gepäck eine Karikatur, die Stalin am Galgen zeigte. Der 18-Jährige wurde zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. 1956 schob man ihn im Rahmen einer Amnestie nach Westdeutschland ab, wo er als Illustrator für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften arbeitete. Seine Werke stellte er in Bonn, Hamburg und München aus.

1966 wanderte Grässe nach Australien aus und ließ sich auf der Insel Tasmanien nieder. Dort widmete er sich neben seiner Illustratorentätigkeit der Malerei. Seine Bildsprache entwickelte er in direkter Auseinandersetzung mit altmeisterlicher Malerei. Insbesondere Albrecht Dürer, Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel d. Ä. waren dabei seine Vorbilder. Viele seiner Bilder haben ein apokalyptisches Thema oder beschäftigen sich mit Krieg und Tod. Die Verwendung leuchtender Farben und starker Kontraste sowie die Kombination traditioneller Symbolik mit zeitgenössischen Bildelementen geben seinen Werken eine surreale Wirkung. Er selbst sah sich als Vertreter des phantastischen Realismus. In seiner Wahlheimat Australien wurden seine Bilder ganz anders gelesen und verstanden als im Kontext Dresdens und der europäischen Kunstgeschichte. In den 1980er Jahren wurde Grässe ein Star der internationalen Gothic-Szene.

Da er seine Bildwelten inhaltlich nie vom eigenen Erlebnis der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 lösen konnte, nahm der Künstler 1996 Kontakt zu seiner Heimatstadt auf. Der städtischen Kunstsammlung schenkte er ein Konvolut von Zeichnungen und druckgrafischen Blättern sowie 2006 den „Dresden-Altar“.

Wolfgang Grässe starb am 17. August 2008 in Penguin/ Tasmanien.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Städtische Galerie Dresden

Städtische Bibliotheken Dresden

#weiterlesen Folge 13, © Städtische Bibliotheken Dresden

#weiterlesen
Folge 13: „Der Dichter und der Neonazi. Erich Fried und Michael Kühnen. Eine deutsche Freundschaft“

In der 13. Folge der Reihe #weiterlesen stellt der Kultursoziologe und Autor Thomas Wagner im Gespräch mit Thomas Arnold, dem Direktor der Katholischen Akademie, sein neues Buch „Der Dichter und der Neonazi. Erich Fried und Michael Kühnen. Eine deutsche Freundschaft“ (Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2021) vor. Ausgehend von einem längeren Briefaustausch ergründet Thomas Wagner, 100 Jahre nach Erich Frieds Geburtstag, die sonderbare Freundschaft, die den linken Dichter und Juden Erich Fried als Ikone der Friedensbewegung mit Michael Kühnen verband, einer der bekannten Größen der Neonazi-Szene. Thomas Wagner geht der Frage nach, was Fried und Kühnen trotz ihrer diametral entgegengesetzten Ideale zu diesem Briefkontakt motiviert hat. Woher rührte Frieds Haltung, den Dialog mit dem Holocaust-Leugner Kühnen zu suchen? Eine Kooperation der Städtischen Bibliotheken Dresden mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Die Reihe #weiterlesen ist ein digitales Veranstaltungsformat der Städtischen Bibliotheken Dresden. In Lesungen und Gesprächen kommen Autor*innen und weitere Akteur*innen der Dresdner Literaturszene wie Verleger*innen und Buchhändler*innen zu Wort und stellen dabei aktuelle Publikationen vor, die mitunter bei Präsenzveranstaltungen hätten präsentiert werden sollen. Die Videobeiträge werden auf dem YouTube-Kanal der Städtischen Bibliotheken Dresden veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.bibo-dresden.de/weiterlesen

Militärhistorisches Museum

Aufzeichnung auf dem YouTube-Kanal des Dresdner Hofmusik e.V.

"Wie liegt die Stadt so wüste"
Konzert und Lesung mit der Cappella Sagittariana und Christine Hoppe

Aus Anlass der Erinnerung an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar präsentieren das Militärhistorische Museum der Bundeswehr und der Verein Dresdner Hofmusik unter dem Titel „Wie liegt die Stadt so wüste“ ab kommenden Sonntag ein Online-Video mit Musik des Barock-Komponisten Matthias Weckmann (ca. 1619–1674) sowie Gedichten aus der Feder von Rose Ausländer (1901–1988) und Michael Wüstefeld (geb. 1951).
Die Verknüpfung von Alter Musik und neueren Texten bezieht sich einerseits auf den konkreten Anlass der Erinnerung an die Zerstörung der Stadt 1945, reflektiert andererseits aber auch die zeitlose Aktualität menschlicher Erfahrungen mit Gewalt, Zerstörung und Leid. Unter der Leitung von Norbert Schuster musiziert die Cappella Sagittariana Dresden mit den Gesangssolisten Heidi Maria Taubert und Felix Schwandtke, es liest die Schauspielerin Christine Hoppe.

Das Konzert steht ab 13. Februar 2022 auf den Webseiten der Dresdner Hofmusik www.dresdner-hofmusik.de und des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr www.mhmbw.de sowie auf den jeweiligen Social-Media-Kanälen kostenfrei zur Verfügung.

Aufgenommen am besonderen Ort des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, dessen Architektur mit dem markanten Keil von Daniel Libeskind ganz bewusst als Symbol für Krieg und Schmerz steht, lädt das Video zu einem Moment des Innehaltens und Nachdenkens ein.

Kunsthaus Raskolnikow

Fotoausstellung: "From Above" Überlebende der Bombenkriege des 2. Weltkrieges
Paule Saviano | USA

Seit 2008 sucht der New Yorker Fotograf Paule Saviano Menschen, die die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs überlebt haben. In diesem Projekt, dem er den Titel „From Above“ gab, sind mittlerweile Porträts u.a. aus Coventry, Tokio, Wielun, Rotterdam sowie aus Hiroshima und Nagasaki entstanden.
Im Februar 2010 begann Saviano Kontakt zu Überlebenden der Brandbombenangriffe auf Dresden zu suchen. Im Mai 2010 besuchte er dann unsere Stadt. Bei dieser Reise hat Saviano zunächst 11 Porträts dieser Menschen aufnehmen können und ihre Erinnerungen aufgezeichnet. Bereits im Februar 2011 kehrte er nach Dresden zurück, um diese Fotos in einer kleinen Veranstaltung mit den Überlebenden zu präsentieren und fotografierte weitere 9 Zeitzeugen aus Dresden und 2 aus Wielun (Polen). Seitdem besuchte er unsere Stadt immer wieder, weitere Porträts kamen hinzu. Die Porträtfotografie des New Yorkers konzentriert sich auf Menschen, deren Leben durch ein Ereignis oder einen Umstand geprägt wurden. Wie sie ihr Leben danach gelebt haben, ist sein primäres Interesse. Denn die Geschichte des Krieges wird oft mit Statistiken und Fotos der Zerstörungen präsentiert – für Paule Saviano fehlt dabei der menschliche Aspekt. Er möchte denen, die unter den Trümmern lagen und von den Feuerstürmen verfolgt wurden, ein Gesicht geben. Die emotionalen Narben des Krieges verschwinden nicht – auch wenn der Krieg zu Ende ist.

Die Ausstellung wird gezeigt vom 12. Februar bis 23. April 2022.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Kunsthaus Raskolnikow

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