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https://13februar.dresden.de/de/aufruf.php 10.02.2022 13:59:06 Uhr 07.10.2022 20:38:45 Uhr

Aufruf zur Menschenkette am 13. Februar 2022

Erinnern für eine Zukunft des friedlichen Miteinanders in Vielfalt!

Das Neue Rathaus in Dresden am 13. Februar 2021: An die Fassade ist ein Foto projiziert. Es zeigt eine einzelne Person, die die Hände ausbreitet. Mit diesen Fotos entstand eine virtuelle Menschenkette
Mehr als 1.200 Personen beteiligen sich mit ihrem Foto an der virtuellen Menschenkette zum 13. Februar 2021.

Jährlich gedenken wir am 13. Februar der Bombardierung Dresdens wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dieses erschütternde Ereignis prägt die Kultur des Erinnerns unserer Stadt seit vielen Jahren. Heute ringen die nachfolgenden Generationen um Deutungen und um ein gemeinsames Gedenken, das auf die Zukunft unserer Stadt gerichtet ist – ein Gedenken, das sich am 77. Jahrestag der Bombardierung Dresdens aus vielen Perspektiven speist.

Diese Erinnerung ist uns Mahnung, gemeinsam in Gegenwart und Zukunft dafür einzustehen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht erneut begangen werden und dass ein friedliches Miteinander in Vielfalt hier und in der Welt gelingen kann.

Dieser wachsame Blick bedeutet für uns, Perspektiven- und Deutungsvielfalt zuzulassen, ohne Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer kulturellen Bräuche, Sprachen oder Weltanschauungen zu diskriminieren. Das heißt auch, Menschen, die hier Schutz und ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit suchen, willkommen zu heißen. Und es heißt auch, die Deutungen unserer Stadtgeschichte in ihrer Vielfalt zu respektieren und nicht um ein allumfassende Deutungshoheit zu kämpfen, sondern uns einzusetzen für einen offenen und kontroversen Dialog im Rahmen unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Im Gedenken an den 13. Februar in unserer Stadt senden wir gemeinsam aus Dresden ein Zeichen für eine Zukunft des friedlichen Miteinanders in Vielfalt. Wir tun dies auch in Erinnerung an den ersten zivilgesellschaftlichen Aufruf zum stillen Gedenken an der Ruine der Frauenkirche, der 1982, vor vierzig Jahren, von einer Gruppe Jugendlicher mit pazifistischem Ansinnen verbreitet wurde und die deshalb politischen Repressalien ausgesetzt waren. Tausende von Menschen nahmen an dieser Friedensdemonstration teil. Im stillen Gedenken gehören die Plätze der Stadt am 13. Februar uns allen, die wir einstehen für Menschlichkeit, Demokratie und unser aller Verantwortung für unser Gemeinwesen. 

Lassen Sie uns in diesem Sinne am 13. Februar zusammenkommen.

AG 13. Februar

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