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Geschichte und Geschichtssymbol

»Am Abend dieses 13. Februar brach die Katastrophe über Dresden herein: die Bomben fielen, die Häuser stürzten, der Phosphor strömte, die brennenden Balken krachten auf arische und nichtarische Köpfe...«

So beschreibt Victor Klemperer in seinen Tagebuch-Einträgen das Inferno 1945.

Zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 wurde die Innenstadt Dresdens durch vier aufeinanderfolgende Luftangriffe fast vollständig zerstört. In seinem sechsten Jahr hatte damit der von Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg, dem bereits Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren, endgültig auch Dresden erreicht.

Foto: 13. Februar 1945. Feuersturm über Dresden

13. Februar 1945. Feuersturm über Dresden
(Foto: Hans-Joachim Dietze / Archiv IG »13. Februar 1945« e.V.)


Foto: Leichenverbrennung auf dem Dresdner Altmarkt

25. Februar 1945: Auf dem Dresdner Altmarkt werden die Leichen der bei den Luftangriffen getöteten Menschen verbrannt – Blickrichtung: Neumarkt.
(Quelle: Stadtarchiv Dresden, Teilnachlass Hahn/Draber, Signatur 16.2.40 / F 014)


Geschichtssymbol

Die Dresdner Katastrophe wurde zu einem international bekannten Geschichtssymbol – zunächst für den alliierten Luftkrieg, bald für das Leid der Zivilbevölkerung und den Verlust von Kulturgut im Kriege schlechthin. Seit 1945 ist dieses Symbol unablässig bekräftigt worden – durch staatliche Propaganda und Geschichtspolitik, im privaten Erinnern der Erlebnisgeneration, in der Reflektion der Künste, im bürgerschaftlichen Engagement für Versöhnung und Frieden.

13.2.1983. Stilles Gedenken vor der Ruine der Frauenkirche

13.2.1983. Stilles Gedenken vor der Ruine der Frauenkirche
(Foto: Matthias Neutzner)


Eine wunderbare Stadt: weggewischt, fortgehext...

Erich Kästner trauert in »Als ich ein kleiner Junge war...« dem Dresden seiner Kindheit nach:

»Ja, Dresden war eine wunderbare Stadt. Ihr könnt es mir glauben. Und ihr müßt es mir glauben! Keiner von euch, und wenn sein Vater noch so reich wäre, kann mit der Eisenbahn hinfahren, um nachzusehen, ob ich recht habe. Denn die Stadt Dresden gibt es nicht mehr. Sie ist, bis auf einige Reste, vom Erdboden verschwunden. Der Zweite Weltkrieg hat sie, in einer einzigen Nacht und mit einer einzigen Handbewegung, weggewischt. Jahrhunderte hatten ihre unvergleichliche Schönheit geschaffen. Ein paar Stunden genügten, sie vom Erdboden fortzuhexen. Das geschah am 13. Februar 1945. Achthundert Flugzeuge warfen Spreng- und Brandbomben. Und was übrigblieb, war eine Wüste. Mit ein paar riesigen Trümmern, die aussahen wie gekenterte Ozeandampfer.

Ich habe, zwei Jahre später, mitten in dieser endlosen Wüste gestanden und wußte nicht, wo ich war. Zwischen zerbrochenen, verstaubten Ziegelsteinen lag ein Straßenschild. »Prager Straße« entzifferte ich mühsam. Ich stand auf der Prager Straße? Auf der weltberühmten Prager Straße? Auf der prächtigsten Straße meiner Kindheit? Auf der Straße mit den schönsten Schaufenstern? Auf der herrlichsten Straße der Weihnachtszeit? Ich stand in einer kilometerlangen, kilometerbreiten Leere. In einer Ziegelsteppe. Im Garnichts.«

Foto: 1945. Walpurgisstraße

1945. Walpurgisstraße
(Heinz Kröbel / Stadtmuseum Dresden)


Abschlussbericht der Dresdner Historikerkommission

Die »Historikerkommission zu den Luftangriffen auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945« war im November 2004 durch den damaligen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Ingolf Roßberg, berufen worden. Mit der Übergabe des Abschlussberichts an Oberbürgermeisterin Orosz beendete die Kommission am 17. März 2010 ihre Untersuchungen. Neben Informationen zur Historikerkommission und dem Abschlussbericht gibt es auch ein Online-Kartenwerk.