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Dank an couragierte Bürger (2010)

Liebe Dresdnerinnen und Dresdner,

„Ich kannte den Mann neben mir nicht, aber er hat meine Hand genommen und fest zugedrückt. Dann läuteten die Kirchenglocken und in mir kam das Gefühl der Stärke auf. Es war das Gefühl, dass wir gemeinsam nicht nur ein Zeichen gesetzt haben, sondern dass wir tatsächlich unsere Stadt beschützen. Es war überwältigend.“ So schilderte mir eine ältere Dame ihre Empfindungen, nachdem sich die Menschenkette am Samstag längst aufgelöst hatte.

Ich habe mich tief bewegt bei der Dresdnerin bedankt und nur zu gerne hätte ich persönlich allen rund 15 000 Teilnehmern in diesem Moment die Hand geschüttelt. Es ist mir aber ein Herzensanliegen, mich auf diesem Weg bei allen zu bedanken, die an diesem Tag der Zerstörung Dresdens gedacht und die ein friedliches Signal gegen Gewalt, Rechtsradikalismus und Fremdenhass gesetzt haben.

Mein Dank gilt sowohl den Dresdnern, als auch den vielen Gästen aus ganz Deutschland die angereist waren, um mit uns gemeinsam den Nazis zu demonstrieren, dass sie bei uns nicht erwünscht sind. Es waren nicht die Bilder marschierender brauner Horden, die von Dresden um die Welt gegangen sind. Es waren die Bilder einer entschlossenen Bürgerschaft. Dies ist nur möglich geworden, weil sich an vielen verschiedenen Orten Dresdens couragierte Menschen dem Aufmarsch der Rechtsextremen entgegen gestellt haben.

Mein Dank gilt aber auch ausdrücklich den Sicherheitsbehörden, insbesondere vielen Polizisten aus der ganzen Republik. Ihr besonnenes und umsichtiges Handeln hat maßgeblich zum Erfolg dieses Tages beigetragen. Wir haben am 13. Februar 2010 ein neues Kapitel im Kampf gegen die Instrumentalisierung unseres Gedenktages und im Kampf gegen Rechts aufgeschlagen. Wir werden dies auch in den kommenden Jahren gemeinsam fortschreiben und den neuen Nazis zeigen, dass das Bündnis aller Demokraten immer stärker sein wird, als ihre menschenverachtende Ideologie.

Ihre Helma Orosz